Die Schachtanlage Konrad im niedersächsischen Salzgitter ist das erste nach Atomrecht genehmigte Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle in Deutschland. Zu Beginn der 2030er Jahre soll die Einlagerung von bis zu 303.000 Kubikmetern schwach- und mittelradioaktiver Abfälle beginnen. Obwohl noch kein Gramm radioaktiven Abfalls im zukünftigen Endlager Konrad ist, ist der Strahlenschutz auf der Anlage präsent. Über 550 Personen arbeiten täglich auf dem Gelände.
Grundsätzlich ist jeder Mensch täglich natürlicher, ionisierender Strahlung ausgesetzt. Etwa die Hälfte der jährlichen Strahlenbelastung auf den Menschen in Deutschland wird durch das Einatmen des radioaktiven Gases Radon verursacht. Das Gas ist unsichtbar und geruchslos, wir bemerken es nicht. Es entsteht beim radioaktiven Zerfall von natürlichem Uran und Thorium, die überall im Erdboden und Gestein vorkommen können. Schon in Kellerräumen von Wohnhäusern können sich durch Risse in den Wänden höhere Konzentrationen des Gases bilden und die Gesundheit gefährden.
Auf der Schachtanlage Konrad befinden wir uns bis zu 1.200 m unter der Erde. Früher wurde hier Eisenerz abgebaut, heute sind hier die Reste der Erzadern mit umgebendem Kalkstein. Da in dieser Region natürliches Uran und Thorium vorkommt, werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter also zwangsläufig mit Radon in Berührung kommen. Um dennoch die Arbeitssicherheit zu gewährleisten und die Gesundheit zu schützen, gibt es zwei wichtige Grundpfeiler im Strahlenschutz. Zum einen besteht in Untertagebergwerken eine Messpflicht und zum anderen ist auch ein Referenzwert von 300 Bq/m³ für die Radonbelastung an Arbeitsplätzen festgelegt. Mit geeigneten Maßnahmen wie zum Beispiel der Versorgung mit Frischluft – die Bewetterung – wird der Referenzwert dauerhaft eingehalten. Somit ist das Gesundheitsrisiko nicht höher als über Tage.