Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) wird die nächsten Arbeitsstände aus den repräsentativen vorläufigen Sicherheitsuntersuchungen (rvSU) im Herbst 2026 veröffentlichen und damit zwei ursprünglich geplante Termine zusammenlegen. Am 27. Oktober 2026 wird die BGE eine Karte zeigen, in der für alle Teilgebiete die Prüfschritte 1 und 2 und für einige Gebieten auch die Prüfschritte 3 und 4 abgeschlossen sein werden. Dadurch können dann bereits erste Gebiete der Kategorie B gezeigt werden. Gebiete der Kategorie B lassen eine gute Eignung erwarten, werden im weiteren Verfahren aber nicht weiter betrachtet, weil nur die besten Gebiete (Kategorie A) in die weitere Auswahl für die Endlagerung hochradioaktiver Abfälle kommen.
Durch das Vorziehen der Veröffentlichung von B-Gebieten, die ursprünglich erst im Frühjahr 2027 gezeigt werden sollten, verspricht sich die BGE zwei zentrale Vorteile: Zum einen kommt die Veröffentlichung kurz vor dem 5. Forum Endlagersuche genau rechtzeitig, um beim zentralen Beteiligungsformat des Standortauswahlverfahrens eine intensive Diskussion über die Wirkungsweise der Prüfschritte 3 und 4 in der rvSU zu ermöglichen. Zum zweiten kann sich die BGE dann 2027 vollständig auf die Fertigstellung des Standortregionenvorschlags konzentrieren. Denn nach den rvSU sind weitere methodische Schritte notwendig, um die besten Gebiete als Standortregionen für die Erkundung bestimmen zu können. Der Standortregionenvorschlag soll Ende 2027 von der BGE an das BASE übermittelt werden.
Bessere Nachvollziehbarkeit der Methodik angestrebt
„Durch die Zusammenlegung der beiden Termine können wir die laufenden fachlichen Arbeiten in einem fortgeschrittenen Bearbeitungstand präsentieren und den Dialog mit der Öffentlichkeit gezielt begleiten. Mit der Veröffentlichung im Herbst 2026 wollen wir eine fundierte und nachvollziehbare Grundlage für Information und Austausch schaffen und gleichzeitig unseren Fokus für 2027 ganz auf den nächsten Meilenstein legen: die Fertigstellung des Standortregionenvorschlags“, sagt Iris Graffunder, Vorsitzende der Geschäftsführung der BGE.
Wie bereits in den Vorjahren werden die neuen Arbeitsstände im BGE Endlagersuche Navigator (externer Link) veröffentlicht. Derzeit ist dort der Arbeitsstand vom 3. November 2025 zu sehen, der noch etwa ein Viertel Deutschlands als „in Bearbeitung“ ausweist. Mit Zeitpunkt und Inhalt der Arbeitsstandveröffentlichung 2026 schafft die BGE einen zentralen Beteiligungsgegenstand für das 5. Forum Endlagersuche, welches vom 18. bis 19. November 2026 stattfinden wird.
Hintergrund
Das Standortauswahlverfahren läuft in mehreren Phasen ab. Zunächst ermittelte die BGE Teilgebiete, die günstige geologische Voraussetzungen für die sichere Endlagerung erwarten lassen. Diese Teilgebiete hat die BGE im Herbst 2020 mit dem Zwischenbericht Teilgebiete veröffentlicht. Dieser wurde im ersten gesetzlich vorgesehenen Beteiligungsformat, der Fachkonferenz Teilgebiete, intensiv diskutiert. Seither grenzt die BGE die Teilgebiete immer weiter ein, bis nur noch die besten Standortregionen für die übertägige Erkundung übrig bleiben. Ende 2027 wird die BGE ihren Vorschlag für die Standortregionen an das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) übermitteln, welches den Vorschlag prüft und die Öffentlichkeit beteiligt. Erst mit der darauffolgenden Entscheidung des Gesetzgebers stehen die Standortregionen verbindlich fest und die Erkundungsphase beginnt.