In der Schachtanlage Asse II lagern rund 126.000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen. Die BGE hat den gesetzlichen Auftrag, die Schachtanlage Asse II unverzüglich stillzulegen. Zuvor sollen die radioaktiven Abfälle zurückgeholt werden, sofern das sicher möglich ist. Nach derzeitiger Planung muss die BGE für die Rückholung der Abfälle einen neuen Schacht bauen, den sogenannten Schacht Asse 5. Dieser soll über ein Rückholbergwerk mit dem bestehenden Bergwerk verbunden werden. Um den neuen Schacht und das Rückholbergwerk sicher planen zu können, musste der Aufbau der Gesteinsschichten im Untergrund genau untersucht werden. Im Auftrag der BGE wurden dafür im Winter 2019/2020 3D-seismische Messungen durchgeführt. Den Abschlussbericht zur 3D-Seismik hat die BGE nun veröffentlicht:
Verbessertes Verständnis der Geologie der Asse
Die BGE kann nach Auswertung der 3D-Seismik nun bessere Aussagen darüber treffen, wie die Salzstruktur der Asse entstand und aufgebaut ist. Auch geologische Störungen können besser bewerten werden. So gingen die Expert*innen der BGE bisher unter anderem davon aus, dass es eine große Störungszone im Bereich südöstlich des Schachts Asse 2 gibt, die sogenannte Groß-Vahlberg-Störung. Durch die Daten der 3D-Seismik ist nun klar, dass der Bereich durch viele kleine Störungen gekennzeichnet ist. Zudem haben die Expert*innen der BGE festgestellt, dass die Salzstruktur in Richtung Südosten stärker abtaucht und schmaler ist, als bisher vermutet. Diese Erkenntnisse haben Auswirkungen auf die Planungen des Schachts Asse 5 und des Rückholbergwerks.
Über die 3D-Seismik
Bei einer 3D-Seismik werden Schallwellen in den tiefen Untergrund gesendet und die Reflexionen aufgefangen. Dadurch wird ein Abbild des Untergrundes erstellt. Das ist vergleichbar mit einer Ultraschalluntersuchung in der Medizin. Die Schallwellen wurden mit Hilfe von sogenannten Vibrationsfahrzeugen und durch kleine Sprengladungen erzeugt. Dies geschah an über 36.000 Punkten auf einer Fläche von rund 37,5 Quadratkilometern. Über 44.000 Sensoren nahmen die Reflexionen auf.