Endlager Konrad

BGE schließt wichtigen Bauabschnitt unter Tage ab

24. August 2026: In 850 Metern Tiefe haben Bergleute der BGE und eine Arbeitsgemeinschaft aus anderen Bergbauspezialist*innen den Ausbau von Strecken und Funktionsräumen vollendet. Nun folgt der Einbau der technischen Einrichtungen.

Die BGE hat für den Bau von Funktionsräumen im späteren Kontrollbereich des Endlagers Konrad ein wesentliches Etappenziel erreicht: Nach insgesamt 15 Jahren ist die Errichtung aller benötigten Hohlräume inklusive des Ausbaus beendet. Nur das Füllort – der Übergang vom Schacht ins Grubengebäude – ist noch in Arbeit. In allen übrigen Grubenräumen erfolgt bereits der Einbau von Kranbahnen, Wartungsgruben sowie weiterer technischer Anlagen.

Im zukünftigen Kontrollbereich des Endlagers Konrad werden ab Beginn der 2030er Jahre die Gebinde mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen gehandhabt. Die Mitarbeiter*innen unterliegen dabei einer besonderen Überwachung durch den Strahlenschutz. Der Zutritt ist eingeschränkt und streng geregelt.

Für die Räume im Kontrollbereich ist eine besondere Bauweise mit einem zweischaligen Betonausbau – ähnlich wie bei einem Straßentunnel – notwendig. Die Bauweise ist im Planfeststellungsbeschluss (PDF, 2,4 MB) festgelegt. Ziel ist die größtmögliche Sicherheit des Ausbaus bei möglichst geringem Wartungs- und Instandhaltungsaufwand.

Verbund aus Beton und Stahl

Der typische Aufbau dieser Tunnelbauwerke beginnt mit der Errichtung einer äußeren Betonschale mit etwa 50 Zentimetern Stärke und einer Bewehrung aus Baustahl. Bergleute sichern den Hohlraum anschließend mit einer Verankerung mit bis zu 18 Metern langen Gebirgsankern. Mit etwas zeitlichem Abstand folgt dann der Einbau der Innenschale. Sie verfügt ebenfalls über eine Stärke von 50 Zentimetern und besteht aus Beton und Stahlbewehrung.

Fahrzeugtechnik für den Einlagerungsbereich

Der Transport der Konrad-Container für die Einlagerung im Endlager Konrad erfolgt unter Tage mit mehreren Fahrzeugen: Der Transportwagen bringt die Container vom Füllort am Schacht 2 in 850 Metern Tiefe zu den Einlagerungskammern. Dort übernimmt ein Stapelfahrzeug die Container und bringt sie an ihren endgültigen Platz in der Einlagerungskammer. Weitere Fahrzeuge werden für das Verfüllen von Resthohlräumen benötigt. Dazu zählen unter anderem ein spezieller Betonmischer sowie ein Betonspritzfahrzeug.

Die Fahrzeuge sind speziell für den sicheren Betrieb des Endlagers konstruiert und im Planfeststellungsbeschluss festgelegt. Für die Fahrzeuge, die später innerhalb des Kontrollbereichs eingesetzt werden, entsteht eine eigene Werkstatt innerhalb dieses Bereichs. Dort können Wartungen und Instandhaltungen stattfinden, ohne die Fahrzeuge mit erheblichem Aufwand aus dem Kontrollbereich bringen zu müssen.

So geht es weiter

Sämtliche Fahrzeuge für den Einlagerungsbetrieb sind bereits fertiggestellt oder befinden sich derzeit im Bau. Nach ihrer Fertigstellung und Abnahme werden sie nach unter Tage transportiert. Dazu müssen die Fahrzeuge in kleine Komponenten zerlegt werden, damit sie in den Förderkorb passen. Unter Tage werden sie anschließend wieder montiert. Danach erfolgen weitere Abnahmen, um ihren sicheren Einsatz im Endlagerbetrieb zu gewährleisten.

Unter Tage läuft bereits der weitere Auf- und Einbau technischer Anlagen. So ist beispielsweise die Krananlage für die Fahrzeugwartung nahezu vollständig errichtet. Weitere Einbauten für den Werkstattbereich folgen. Lediglich in der zukünftigen Umladestation am Füllort ist der Ausbau noch im Gange.