Endlager Konrad

Der Keller für den Förderturm von Konrad 2 ist fertig – jetzt folgt der Hochbau

03. Juni 2026: Die BGE hat den Bau des Kellers für den Förderturm von Schacht Konrad 2 abgeschlossen. Der Förderturm wird nun sichtbar wachsen – bis auf eine Höhe von 42 Metern.

Seit 2024 baut die BGE mithilfe einer Arbeitsgemeinschaft von Fachfirmen den Keller des Förderturms von Schacht Konrad 2. Nachdem zunächst die Fundamente des alten Schachtkellers zurückgebaut und vollständig entfernt wurden, konnten die eigentlichen Arbeiten beginnen. Mit dem Abschluss der Betonage der Schachtkellerdecke hat die BGE jetzt ein wichtiges Etappenziel erreicht. Ab Juni kann der Hochbau des Förderturms beginnen.

Das Teilprojekt hat viel Energie gekostet: Der Schachtkeller wurde nicht nur im Zweischichtbetrieb errichtet – auch das teilweise sehr kalte Winterwetter mit Schnee und Eis war eine Herausforderung. Die Baufirmen mussten die Arbeiten wegen zu widriger Bedingungen für die Beschäftigten und zu niedriger Temperaturen für den Beton zeitweise aussetzen.

Ein Fundament mit vielen Anforderungen

Der Schachtkeller umfasst einen Bereich auf der Fläche des neuen Förderturms. Er reicht von der Geländeoberfläche bis in eine Tiefe von sechs Metern und beinhaltet einen breiten Kanal, der zum Lüftergebäude führt. Dort wird er später an den Hauptgrubenlüfter angeschlossen. Er sorgt für den Luftaustausch im Endlagerbergwerk. In der Mitte des Kellers befindet sich der Schacht, der bis in eine Tiefe von rund 1.000 Metern reicht.

Die Decke des Schachtkellers trägt im späteren Endlager die Schachtschleuse und den Gleisanschluss der Flurförderanlage. Über die Gleise werden im Endlagerbetrieb die Plateauwagen mit den Abfallgebinden aus der Umladehalle ankommen und direkt in den Förderkorb fahren. Die Konstruktion der Kellerdecke ist von den Wänden entkoppelt und separat gelagert, ähnlich wie eine Brückenkonstruktion. Das hat den Vorteil, dass sie bei Bedarf nachjustiert werden kann, damit die ebene Anbindung an die Umladehalle stets gewährleistet ist.

Die zahlreichen Aussparungen für Kanäle und Leitungen sowie die rund 680 Einbauteile aus Stahl stellten die Bauleute vor eine Herausforderung: Die Schalung musste individuell angepasst werden und es waren viele kleinere Betonierabschnitte notwendig.

Eine Besonderheit der gesamten Konstruktion ist ihre spätere Einrichtung als Kontrollbereich des Endlagers Konrad. Hier werden die Gebinde mit radioaktiven Abfällen bewegt, was eine erdbebensichere Ausführung notwendig macht, die eine besondere Bauweise erfordert. Sämtliche Schritte werden von der Planung bis zur Ausführung durch Sachverständige der Atomaufsicht begleitet. So wird nachgewiesen, dass das hohe Sicherheitsniveau eingehalten wird.

So geht es weiter beim Bau des Förderturms

Ab Juni 2026 wird die BGE mit dem Hochbau der Außenwände des Förderturms beginnen. Auf den Außenmauern des Schachtkellers werden zunächst 15 Meter hohe Wände errichtet. Außerdem erfolgt der Bau der inneren und äußeren Treppenhäuser. Im Anschluss bauen Spezialfirmen den unteren Teil des Förderturms – eine Tragkonstruktion aus Stahl – auf. Mobile Kräne setzen die Stahlstützen auf die Außeneckpfeiler, welche mit den vertikalen Stützen verbunden werden. Drei solcher Segmente kommen übereinander, wodurch eine Stahlrahmenkonstruktion für den Förderturm entsteht.

Der komplette Förderturm wird eine Höhe von 42 Metern erreichen. Die Stahlbauteile allein wiegen rund 1.000 Tonnen, der gesamte Förderturm noch einiges mehr. Um diese Last aufzunehmen und abzufangen hatte die BGE im Vorfeld der Arbeiten am Schachtkeller den gesamten Baugrund ertüchtigt. Dazu wurden so genannte HDI-Säulen eingesetzt. Das sind zylinderförmige Betonkörper, die mit Hochdruck ins Erdreich eingebracht werden. Wenn der komplette Massivbau des Förderturms abgeschlossen ist, erfolgen die Arbeiten für den Einbau der Schachtförderanlage.