Pressemitteilung Nr. 06/2026 - Endlagersuche

Neuer Arbeitsstand und Informationsangebote im Herbst 2026

08. September 2026: Am 27. Oktober stellt die BGE ihre Fortschritte bei der Suche nach einem Endlagerstandort vor. Die Veröffentlichung wird mit verschiedenen Dialogangeboten der BGE und des Bundesamts für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) begleitet.

Die Endlagersuche wird konkreter. Am 27. Oktober 2026 präsentiert die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) den Stand ihrer laufenden Arbeiten.

Die BGE stellte im September 2020 fest, dass etwa die Hälfte Deutschlands prinzipiell für ein Endlager für hochradioaktive Abfälle in Frage kommen könnte. Seitdem prüft die BGE die damals identifizierten Gebiete nach und nach auf ihre Eignung und kategorisiert sie entsprechend. Durch vorangehende Veröffentlichungen von Arbeitsständen konnte die in Frage kommende Fläche auf etwa ein Viertel Deutschlands reduziert werden. Ziel ist es, Ende 2027 Standortregionen vorzuschlagen. Diese Standortregionen sollen dann im weiteren Verlauf des Verfahrens detailliert erkundet werden.

Mit dem neuen Arbeitsstand wird es auf der Deutschlandkarte keine grauen (noch nicht bewerteten) Flächen mehr geben. Alle bereits kategorisierten Gebiete werden eingefärbt. Damit macht die BGE transparent, welche Gebiete sie nicht weiter betrachtet und welche Gebiete sie weiterhin bearbeitet. Allerdings ist diese Kategorisierung noch nicht rechtsverbindlich. Darauf weist die Aufsicht im Verfahren, das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) ausdrücklich hin: Erst nach Vorlage und Prüfung der Gesamtergebnisse der BGE gibt das BASE eine sogenannte begründete Empfehlung an das Bundesumweltministerium ab, um die Standortregionen vom Bundestag festlegen zu lassen.

Auf dem Weg zum Standortregionenvorschlag

Der Arbeitsstand vom Oktober 2026 ist der letzte, den die BGE vor der Übermittlung des Standortregionenvorschlags veröffentlicht. Im kommenden Jahr wird die BGE ihre Arbeiten dann auf die Fertigstellung dieses Vorschlags konzentrieren. Die Informations- und Beteiligungsangebote im Herbst 2026 dienen daher dazu, den aktuellen Stand vor diesem nächsten Verfahrensschritt einzuordnen.

BASE-Präsident Christian Kühn: „Die neuen Arbeitsstände der BGE zeigen, dass es bei der Generationenaufgabe Endlagersuche vorangeht. Durch die Arbeitsstände erfährt die Öffentlichkeit frühzeitig, welche Gebiete die BGE weiterhin für potentiell geeignet hält, und kann sich mit dem Verfahren vertraut machen. Deshalb begleitet das BASE als Träger der Öffentlichkeitsbeteiligung die Bekanntgabe der Arbeitsfortschritte der BGE mit verschiedenen Dialogangeboten. So können Bürgerinnen und Bürger, Kommunen und alle Interessierten die Arbeitsstände besser einordnen."

Vorsitzende der BGE-Geschäftsführung Iris Graffunder: „Mit der Veröffentlichung der Arbeitsstände in diesem Jahr wird es spannend. Wir engen die Flächen, die dann noch als beste Gebiete infrage kommen, sehr viel weiter ein als noch vor einem Jahr. Dadurch werden sich die Menschen, die in den weiter bearbeiteten Gebieten leben, mehr für die Standortauswahl interessieren und Fragen stellen. Es ist wichtig, dass wir uns zusammen mit dem BASE kommunikativ darauf einstellen und die Menschen bestmöglich informieren. Ende 2027 werden wir den  Standortregionenvorschlag veröffentlichen.“

Zum Hintergrund

Die BGE ist als bundeseigenes Unternehmen mit der Suche nach einem Endlagerstandort beauftragt. Das BASE begleitet das Verfahren als Aufsichtsbehörde und prüft, ob die Vorgaben des Standortauswahlgesetzes eingehalten werden. Zudem organisiert das BASE die Öffentlichkeitsbeteiligung im Verfahren.

Informationsangebote vor und nach der Veröffentlichung

Bereits vor und nach der Veröffentlichung werden verschiedene Informationsveranstaltungen angeboten. Diese sollen Orientierung zum Stand des Standortauswahlverfahrens geben, den gesetzlichen Rahmen erläutern und die Öffentlichkeit über Beteiligungsmöglichkeiten informieren.

Die Termine sind:

Forumstage und Forum Endlagersuche

Darüber hinaus bietet das Planungsteam Forum Endlagersuche (PFE) gemeinsam mit dem BASE und der BGE weitere Diskussionsmöglichkeiten zu den aktuellen Themen der Endlagersuche an.

  • Vom 5. bis 9. Oktober 2026 finden die digitalen Forumstage statt. Die Online-Veranstaltungen vertiefen verschiedene Themenbereiche des Standortauswahlverfahrens und dienen der inhaltlichen Vorbereitung des Forums Endlagersuche.
  • Eine weitere Möglichkeit zur öffentlichen Diskussion bietet das 5. Forum Endlagersuche am 13. und 14. November 2026 im CongressCenter Erfurt (sowie digital). Das Forum Endlagersuche setzt sich mit dem veröffentlichten Artbeitsstand der BGE und mit der Vorbereitung der Regionalkonferenzen durch das BASE sowie weiteren Fragen des Standortauswahlverfahrens auseinander. Als zentraler Ort der Öffentlichkeitsbeteiligung bietet es Raum für Fachdiskurse, den Austausch unterschiedlicher Perspektiven, Fragen, Diskussionen und Vernetzung. 

Weitere Informationen zur Veröffentlichung, zu den Veranstaltungen und zum Standortauswahlverfahren finden Sie unter: