Asse

Durchflussrate an ehemaliger Hauptauffangstelle kurzzeitig stark angestiegen

17. September 2026: In der Nacht vom 3. auf den 4. September 2026 stieg die Fassungsrate im Bereich der ehemaligen Hauptauffangstelle kurzzeitig auf über 1.000 Liter pro Stunde an. Mit der Erkundung der lösungsführenden Spalte soll zeitnah begonnen werden.

In der Schachtanlage Asse II wird die zutretende Salzlösung im Bereich der ehemaligen Hauptauffangstelle auf der 658-Meter-Ebene unter anderem mit Hilfe sogenannter Durchflussmengenzähler beobachtet. Diese Geräte messen kontinuierlich die Menge der gefassten Lösung in der Einheit Liter pro Stunde. Am 3. September 2026 ab 19:00 Uhr stieg die Durchflussrate von rund 520 Litern pro Stunde auf über 1.000 Liter pro Stunde an. Ab 23:00 Uhr sank die Durchflussrate wieder langsam ab. Am Morgen des 4. Septembers 2026 betrug die Durchflussrate bereits rund 580 Liter pro Stunde und sank im Laufe des Tages weiter auf den langjährigen Mittelwert ab. Auch am Wochenende blieb die Durchflussrate konstant im Rahmen der üblichen Schwankungsbreite von wenigen Dutzend Litern pro Stunde. Vom Abend des 3. September 2026 bis zum Morgen des 4. September 2026 betrug die zusätzlich gefasste Lösung rund vier Kubikmeter.

Die BGE informierte unverzüglich noch am Abend des 3. September das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) als atomrechtliche Aufsicht sowie das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) als bergrechtliche Aufsicht. Bereits am 4. September kamen die Expert*innen des LBEG mit den Expert*innen der BGE vor Ort zusammen und besprachen die Entwicklung der vergangenen Nacht.

Die vorläufige Meldung gemäß Meldeordnung der Schachtanlage Asse II folgte am 9. September 2026. (PDF, 4,5 MB, nicht barrierefrei) (PDF, 4,52MB).

Vermutlich Anstauung im Fließweg als Ursache

Am 24. August 2026 berichtete die BGE in einer Pressemitteilung, dass die Modellvorstellungen über den Salzwasserzutritt angepasst werden mussten. Statt vieler lösungsführender Mikrorisse im Gestein des Bergwerks geht die BGE nun davon aus, dass eine größere Spalte eine wesentliche Rolle beim Lösungsverlauf spielt. Geowissenschaftler*innen vermuten, dass es im Verlauf des Fließwegs einen Rückstau gab, der sich freigespült hat. Die zwischenzeitlich aufgestaute Menge ist dann vermutlich schwallartig abgeflossen. Dafür spricht, dass die Abflussmenge einen höheren Sedimentanteil aufwies und es vor der Mengenerhöhung einen leicht reduzierten Durchfluss gegeben hat.

Im Labor der BGE wurden zusätzlich chemische Analysen der Salzlösung veranlasst. Im Vergleich zu den vorherigen Analysen sind die Messwerte unauffällig.

Weitere Erkundung geplant

Um den weiteren Verlauf der Spalte zu erkunden, wurde als Sofortmaßnahme eine leicht nach oben ansteigende Erkundungsbohrung gestoßen. Weitere Bohrungen sind im Rahmen eines umfangreichen Bohrprogramms geplant. Diese Bohrungen werden einen ausreichenden Sicherheitsabstand zum Deckgebirge einhalten. Die Expert*innen der BGE hoffen, auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse weitere Maßnahmen für eine stabile Lösungsfassung entwickeln zu können.