Endlager Konrad

„Betrifft Konrad: Rückblick 2025 und Ausblick 2026“

Bei der Online-Veranstaltung „Betrifft: Konrad – Rückblick 2025 und Ausblick 2026“ informierte Projektleiter Peter Duwe über den Stand der Errichtungsarbeiten am Endlager Konrad.

Im Mittelpunkt des Rückblicks auf das vergangene Jahr stand der Fortgang der umfangreichen Bauarbeiten am Endlager Konrad im Fokus. Ein Meilenstein war die Fertigstellung der Band- und Verladeanlage auf Konrad 1. „Damit haben wir nun auf Konrad 1 alle Gebäude abschließend errichtet“ sagte Projektleiter Peter Duwe.

Unter Tage konzentrierten sich die Arbeiten auf weitere Einbauten der Innenschalen und die Fertigstellung der Versatzaufbereitungsanlage. Mit der Anlage werden aus dem Haufwerk, das im Bergwerk bei der Auffahrung von Strecken entsteht, Baustoffe hergestellt, mit denen künftig Hohlräume der Einlagerungskammern verfüllt werden. Eine Herausforderung dabei ist der Ausbau des sogenannten Füllorts „2. Sohle“ in 850 Metern Tiefe. Hier entsteht eine Umladestation, über die später die Gebinde mit den radioaktiven Abfällen aus dem Schachtförderkorb auf das Transportfahrzeug umgesetzt werden. 2025 ist auch dieser Bauabschnitt, der die BGE über mehrere Jahre beschäftigt hat, mit Innenschalen und ersten Fahrbahnfundamenten vorangebracht werden. Auch die Werkstatt im radiologischen Kontrollbereich unter Tage wurde weiter ausgebaut.

„Wir kommen auf Konrad 2 in die Bauausführung“

Für den Betriebsteil Konrad 2 zeigte Peter Duwe zunächst ein Foto mit mehreren Kranen: „Für mich als Projektleiter ist das ein tolles Bild. Das bedeutet: Da ist Aktion, wir kommen auf Konrad 2 in die Bauausführung.“ So rückte 2025 der Schachtkeller in den Mittelpunkt – das Fundament für den späteren Förderturm und nach Einschätzung von Peter Duwe dem „für uns mit Abstand wichtigsten Bauteil“. Er ist gerade fertiggestellt worden. Parallel wurde das Lüftergebäude weiter errichtet, welches die Abluft aus dem Bergwerk aufnehmen und ableiten wird. Auch an der Umladehalle wurde gearbeitet und das Bauteil A1 im Rohbau abgeschlossen.

Das Projekt Konrad hat damit die meisten Ziele für 2025 erreicht. Der geplante Führungsgerüstwechsel auf Konrad 1 musste allerdings erneut verschoben werden. Am Führungsgerüst hängt die Schachtförderanlage, also der „Aufzug“, mit dem Menschen und Material ins Bergwerk und wieder hinausbefördert werden.

Ausblick auf 2026 und Fragen

Bei Konrad 2 liege der Fokus auf der Fertigstellung des Rohbaus der Bauteile A1 und A3 der Umladehalle, der Errichtung des unteren Teils des Förderturms über dem Schachtkeller sowie dem weiteren Ausbau des Lüftergebäudes. Außerdem sollen die Bauarbeiten am Wachgebäude beginnen und die Fertigung der Schachtförderanlage fortgesetzt werden. Unter Tage wird der weitere Einbau der Innenschale im Füllort „2. Sohle“ fortgesetzt und die Versatzaufbereitungsanlage im Laufe des Jahres in Betrieb genommen werden. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Fahrzeugflotte für den späteren Endlagerbetrieb. Mehrere Spezialfahrzeuge – etwa Versatztransport-, Stapel- und Plateauwagen – sind bereits gefertigt oder in Erprobung. Weitere Fahrzeuge sind in der Fertigung.

In der anschließenden Fragerunde interessierten sich die Teilnehmenden vor allem für Baufortschritte, Sicherheit und regionale Beteiligung. Auf Fragen zu den größten Herausforderungen verwies Duwe auf die komplexen statischen Berechnungen, insbesondere mit Blick auf die Erdbebensicherheit der Bauwerke auf Konrad 2.

Präsentation zu „Betrifft: Konrad“ vom 18. März 2026 (PDF, 8,25MB)

Auch Fragen zu Radioaktivität wurden beantwortet: So wird die radioaktive Belastung der Abluft auf jeden Fall unter den gesetzlichen Grenzwerten liegen. Dr. Ben Samwer, der Abteilungsleiter Genehmigungen Konrad, erwartet, dass im Betrieb des Endlagers sehr viel weniger Radioaktivität über die Abluft in die Umwelt gelangt, als nach gesetzlichen Grenzwerten erlaubt wäre. Das liegt daran, dass die Abfälle in geprüften, kontaminationsfreien, verschlossenen Containern angeliefert werden, deren Oberflächen vor der Einlagerung nochmals durch Wischtests überprüft werden.

Abschließend betonte Michael Lohse, Leiter der Infostelle Konrad, der die Online-Veranstaltung moderierte, den hohen Aufwand und die Sorgfalt, mit der das Endlager Konrad errichtet wird.

Aufzeichnung der Veranstaltung

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Ein Screenshot der Online-Veranstaltung „Betrifft: Konrad“ zeigt ein  Industriegebäude in einer Landschaft mit Feldern.

Veröffentlicht am: 29. April 2026