Aktuelle Arbeiten - Schachtanlage Asse II
Übersicht über die wesentlichen Arbeiten im April 2026
Lösung aus Kavernenstrecke wird abgegeben
Im April gibt die BGE 443 Kubikmeter Zutrittslösung aus der Schachtanlage Asse II nach über Tage ab. Der überwiegende Teil dieser Lösung stammt von der Hauptauffangstelle auf der 658-Meter-Ebene. Seit Jahresbeginn werden den Abfuhrchargen auch kleine Lösungsmengen aus der Kavernenstrecke B auf der 825-Meter-Ebene beigemengt. Diese Lösung wurde in den vergangenen Jahren auf der 725-Meter-Ebene gefasst und von April 2024 bis Januar 2025 in die Kavernenstrecke eingeleitet und dort zwischengespeichert.
Im Juli 2024 erhielt die BGE die Zustimmung zur Abgabe dieser Lösung, da es sich bei dieser nachweislich um nicht kontaminiertes Salzwasser aus der Südflanke handelt. Von Januar 2026 bis Ende April werden insgesamt 138 von rund 1.400 Kubikmetern der hier zwischengespeicherten Lösung nach über Tage abgegeben.
Wesentliche Arbeiten
Stabilisierung und Notfallplanung
Die Rückholung kann nur in einem langfristig stabilen Bergwerk erfolgen. Zudem müssen Vorbereitungen für einen möglichen Notfall getroffen werden.
- Die Grube wird fortlaufend stabilisiert. Dabei errichten Bergleute in den durch Gebirgsdruck geschädigten Bereichen Stützbauwerke. Zusätzlich verfüllen sie nicht mehr benötigte Hohlräume. Der sichere Betrieb des Bergwerks ist eine Grundvoraussetzung für die geplante Rückholung der radioaktiven Abfälle.
Rückholungsplanung
Die BGE hat den gesetzlichen Auftrag die Schachtanlage Asse II unverzüglich stillzulegen. Zuvor sollen die radioaktiven Abfälle zurückgeholt werden.
- 750-Meter-Ebene, Faktenerhebung: Der Bereich, von dem aus die Erkundungsbohrungen in die Einlagerungskammern 7 und 12 durchgeführt wurden, soll zurückgebaut und der Strahlenschutzbereich aufgehoben werden. Voraussetzung dafür ist, dass beide Bohrungen in die Einlagerungskammern verfüllt sind. Bereits Ende 2025 verfüllen Bergleute die Bohrung zur Einlagerungskammer 12. Unter Aufsicht des Strahlenschutzes werden im April 2026 auch die Verfüllarbeiten an der Bohrung zur Einlagerungskammer 7 abgeschlossen. Gleichzeitig erfolgen weitere Rückbauarbeiten.
Lösungsmanagement
In die Schachtanlage Asse II dringen salzhaltige Lösungen aus dem Deckgebirge ein. Das Lösungsmanagement regelt den Umgang mit diesen Lösungen.
- 725-Meter-Ebene, 700-Meter-Ebene und 658-Meter-Ebene: Vom 14. bis zum 16. April 2026 werden rund 254 Kubikmeter Salzwasser mit der Chargen-Bezeichnung 2026/07 nach erfolgter Freigabe gemäß Paragraf 31 bis 42 der Strahlenschutzverordnung nach über Tage gebracht. Die Radionuklide Tritium und Cäsium-137 werden nicht nachgewiesen. Die Nachweisgrenze für Tritium liegt bei 11 Becquerel pro Liter. Zum Vergleich: In der Trinkwasserverordnung liegt der Grenzwert für Tritium bei 100 Becquerel pro Liter. Die Nachweisgrenze für Cäsium-137 liegt bei 0,58 Becquerel pro Liter.
- 725-Meter-Ebene, 700-Meter-Ebene und 658-Meter-Ebene: Vom 27. bis zum 29. April 2026 werden rund 189 Kubikmeter Salzwasser mit der Chargen-Bezeichnung 2026/08 nach erfolgter Freigabe nach über Tage gebracht. Die Radionuklide Tritium und Cäsium-137 werden nicht nachgewiesen. Die Nachweisgrenze für Tritium liegt bei 11 Becquerel pro Liter. Die Nachweisgrenze für Cäsium-137 liegt bei 0,58 Becquerel pro Liter.
Sie finden den Überblick über die aktuellen Fassungsraten im April in einem Dokument (PDF, 1,07 MB, nicht barrierefrei).
Bergbauliche Arbeiten
Die Bergleute müssen den sicheren Betrieb der Schachtanlage Asse II gewährleisten.
- 553-Meter-Ebene und 658-Meter-Ebene, Hauptverbindungsstrecke: In der sogenannten Wendelstrecke entfernen Bergleute per Hand aufgelockertes Salz an den Wänden (Stöße). Damit verhindern sie, dass sich das Salzgestein unkontrolliert löst und in die Strecke fällt. Im weiteren Verlauf werden diese Streckenbereiche großflächig instandgesetzt und Stabilisierungsbauwerke errichtet.
- 700-Meter-Ebene, Hauptverbindungsstrecke: In einem Streckenabschnitt nahe Schacht Asse 4 führen Bergleute Fräsarbeiten durch und bereiten den Einbau eines Wettertores vor. Dadurch können Wetterströme im Bergwerk anders gelenkt werden.
- 750-Meter-Ebene, nördliche Richtstrecke nach Westen: Im April führen Bergleute im nördlichsten Teil der Grube vorbereitende Arbeiten zum Verfüllen dieses Bereiches durch. Neben dem Rückbau eines Fluchtweges zur 800-Meter-Ebene und weiterer Infrastruktureinrichtungen verfüllen sie nicht mehr benötigte Bohrlöcher. Gleichzeitig stoßen sie neue Bohrungen, über die später der Beton eingeleitet werden soll.
- 800-Meter-Ebene, Schachtende: Neben weiteren Bereichen auf der 750- und 800-Meter-Ebene soll hier einer der größten offenstehende Räume im Bergwerk abschnittsweise verfüllt werden. Im April errichten Bergleute weitere Mauerteile aus Blocksteinen. Diese fungieren als Dammbauwerk und ermöglichen es, die dahinterliegenden Bereiche mit Sorelbeton auszugießen.
Dammbauwerk aus Blocksteinen am Schachtende auf der 800-Meter-Ebene
Strahlenschutz
Die Einhaltung und Überwachung des Strahlenschutzes gewährleistet die Sicherheit des Personals, der Besucherinnen und Besucher, der Bevölkerung sowie der Umwelt.
- 490-Meter-Ebene, Beschickungskammer 8a: Mitarbeiter*innen des Strahlenschutzes führen radiologische Messungen zur Freigabe von Teilen der alten Abluftfilteranlage der MAW-Kammer durch. Die alte Abluftfilteranlage wurde im Juni 2025 gegen eine neue Abluftfilteranlage ausgetauscht.
- 490-Meter-Ebene: Nahe des Füllorts von Schacht Asse 2 führen Mitarbeiter*innen der Wettertechnik Instandsetzungsarbeiten am Hauptgrubenlüfter 1 aus. Dieser übernimmt als redundante Anlage bei einem Ausfall des leistungsstärkeren Hauptgrubenlüfters 2 die Frischluftversorgung im Bergwerk.
- 750-Meter-Ebene, Faktenerhebung: Strahlenschutzmitarbeiter*innen führen radiologische Messungen zur Freigabe von Arbeitsmaterialien durch und schleusen Gerät aus dem Strahlenschutzbereich aus.
- 800-Meter-Ebene, Nahe des ehemaligen Füllorts (Schachtende): In diesem Bereich wird im April ein temporärer Strahlenschutzbereich eingerichtet. Von hier aus wird im Mai ein darunterliegender Hohlraum mit Beton verfüllt. Dabei werden dem Beton kurz vor dem Einbringen fein dosierte Mengen kontaminierter Lösung beigemischt. Dieses Vorgehen wird als „Kampagne zur Verfestigung von radioaktiv kontaminierter Salzlösung (BAK-Kampagne)“ bezeichnet.
Im Gespräch
Im Rahmen unserer Öffentlichkeitsarbeit können sich alle interessierten Bürgerinnen und Bürger über die Schachtanlage Asse II informieren und mit uns ins Gespräch kommen.
- Am 14. April findet im Dorfgemeinschaftshaus in Remlingen eine öffentliche Informationsveranstaltung in der Reihe „Asse Aktuell“ statt. Mehr als 100 Teilnehmer*innen informieren sich vor Ort unter anderem über den späteren Rückholungsbeginn, den Planungsstand für den Rückholschacht Asse 5 sowie die Ergebnisse der weiterentwickelten Konsequenzenanalysen. Den Nachbericht und die Aufzeichnung der Veranstaltung finden sie auf der BGE-Website.
- Die Infostelle Asse hat mittwochs und donnerstags von 10:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. An den weiteren Wochentagen öffnen die Mitarbeiter*innen die Infostelle nach Vereinbarung. Weitere Informationen zu den Angeboten finden Sie auf unserer Website zur Infostelle Asse.
Links zum Thema
- Alle Monatsberichte zur Schachtanlage Asse II
- BGE informiert über späteren Rückholungsbeginn
- Abschlussbericht 3D-Seismik veröffentlicht
- Das Salzwasser wird wieder im Bereich der 658-Meter-Ebene gefasst
- Dem Salzwasser auf der Spur
- Fortschritte und Herausforderungen bei der Lösungsfassung in der Schachtanlage Asse II
- BGE macht sich ein Bild von den mittelradioaktiven Abfällen in der Asse
- Nach rund 50 Jahren: Erster Blick auf Fässer in Einlagerungskammer 12 der Asse
- Aktuelle Messwerte des Salzwasserzutritts
- Website der Infostelle Asse
- BGE-Einblicke-Magazin #26 (externer Link)
- Alle Meldungen und Pressemitteilungen zur Schachtanlage Asse II