Aktuelle Arbeiten - Schachtanlage Asse II

Übersicht über die wesentlichen Arbeiten im Juni 2026

Trio mit Fräsköpfen

Die passende Fräse für den passenden Einsatz: In der Schachtanlage Asse II arbeiten die Bergleute mit drei unterschiedlichen Fräsentypen. Die kleinste ihrer Art, der ferngesteuerte „Brokk“, ist immer dann gefragt, wenn es für die größeren Geschwister zu eng wird. Mit seinem austauschbaren Fräskopf ist das multifunktionale Kettenfahrzeug eine wichtige Hilfe für den täglichen Grubenbetrieb.

Für umfangreichere Nachschnittarbeiten oder das Auffahren von Nischen setzen die Bergleute eine sogenannte Firstenfräse ein. Diese größere Maschine trägt ihren Fräskopf an einem schwenkbaren Ausleger und erzeugt die für das Bergwerk typischen, wellenartigen Schnittmuster.

Müssen Bergleute längere Streckenbereiche auffahren, greifen sie auf die größte Fräse in der Grube zurück, die sogenannte Teilschnittmaschine. Sie ist als einzige mit Ladeeinrichtung und einem Förderband ausgestattet. Dadurch kann sie das vom Fräskopf gelöste Salz direkt zusammenzuschaufeln und hinter die Fräse befördern. Dort können Lader das Salz aufnehmen und abtransportieren, ohne dass die Fräse die Strecke verlassen muss.

Wesentliche Arbeiten

Stabilisierung und Notfallplanung

Die Rückholung kann nur in einem langfristig stabilen Bergwerk erfolgen. Zudem müssen Vorbereitungen für einen möglichen nicht beherrschbaren Lösungszutritt getroffen werden.

  • Die Grube wird fortlaufend stabilisiert. Dabei errichten Bergleute in den durch Gebirgsdruck geschädigten Bereichen Stützbauwerke. Zusätzlich verfüllen sie nicht mehr benötigte Hohlräume. Der sichere Betrieb des Bergwerks ist eine Grundvoraussetzung für die geplante Rückholung der radioaktiven Abfälle.
     
  • 750-Meter-Ebene, nördliche Richtstrecke nach Westen: Im nördlichsten Teil der Grube soll ein großer Bereich abschnittsweise abgeworfen, also mit Spezialbeton (Sorelbeton) verfüllt werden. Im Juni führen Bergleute hier vorbereitende Arbeiten durch. Dabei verfüllen sie nicht mehr genutzte Bohrlöcher und fräsen Kanäle für Pumpleitungen in die Decke (Firste).
     
  • 800-Meter-Ebene, PAE-Feld: Im Grubentiefsten beginnen Bergleute im Juni mit dem Verfüllen eines ehemaligen Versuchsfeldes. Über Bohrungen pumpen sie mehr als 1.000 Kubikmeter Spezialbeton von einer Baustoffanlage in 750 Metern Tiefe in den Bereich auf der 800-Meter-Ebene. Insgesamt werden es mehr als 3.000 Kubikmeter werden.
     
  • Mittelfristig soll der Schacht Asse 2 von aktuell 800 Meter auf 775 Meter eingekürzt werden. Dazu führen Bergleute bereits Vorarbeiten durch. Dazu zählen etwa der Bau von Widerlagern am Schachtende und das Erstellen von Befüllbohrungen. Über die Bohrungen soll der Spezialbeton zum Verfüllen des Bereiches gepumpt werden.

Rückholungsplanung

Die BGE hat den gesetzlichen Auftrag die Schachtanlage Asse II unverzüglich stillzulegen. Zuvor sollen die radioaktiven Abfälle zurückgeholt werden.

  • Die BGE vergibt die Planungsleistungen zur Planung des Rückholbergwerks. Der Auftrag umfasst untertägige infrastrukturelle Planungen, wie Infrastrukturräume und eine Medienversorgung.

Lösungsmanagement

In die Schachtanlage Asse II dringen salzhaltige Lösungen aus dem Deckgebirge ein. Das Lösungsmanagement regelt den Umgang mit diesen Lösungen.
 

  • 725-Meter-Ebene, 700-Meter-Ebene und 658-Meter-Ebene: Vom 8. bis zum 9. Juni 2026 werden rund 151 Kubikmeter Salzwasser mit der Chargen-Bezeichnung 2026/11 nach erfolgter Freigabe gemäß Paragraf 31 bis 42 der Strahlenschutzverordnung nach über Tage gebracht. Die Radionuklide Tritium und Cäsium-137 werden nicht nachgewiesen. Die Nachweisgrenze für Tritium liegt bei 11,7 Becquerel pro Liter. Zum Vergleich: In der Trinkwasserverordnung liegt der Grenzwert für Tritium bei 100 Becquerel pro Liter. Die Nachweisgrenze für Cäsium-137 liegt bei 0,37 Becquerel pro Liter.
     
  • 725-Meter-Ebene, 700-Meter-Ebene und 658-Meter-Ebene: Vom 22. bis zum 24. Juni 2026 werden rund 198 Kubikmeter Salzwasser mit der Chargen-Bezeichnung 2026/12 nach erfolgter Freigabe nach über Tage gebracht. Die Radionuklide Tritium und Cäsium-137 werden nicht nachgewiesen. Die Nachweisgrenze für Tritium liegt bei 11,7 Becquerel pro Liter. Die Nachweisgrenze für Cäsium-137 liegt bei 0,44 Becquerel pro Liter.

    Sie finden den Überblick über die aktuellen Fassungsraten im Mai in einem Dokument (PDF, 1 MB, nicht barrierefrei). (PDF, 1,07MB)

Bergbauliche Arbeiten

Die Bergleute müssen den sicheren Betrieb der Schachtanlage Asse II gewährleisten.

  • 637-Meter-Ebene, Hauptverbindungsstrecke: In einem Abschnitt der Wendelstrecke entfernen Bergleute großflächig Teile der geschädigten Wände (Stöße). So verhindern sie mögliche Löserfälle, also das unkontrollierte Herabfallen von Gesteinsbrocken. Damit gewährleisten sie weiterhin einen sicheren Grubenbetrieb.
     
  • 658-Meter-Ebene, Hauptverbindungsstrecke: Im Juni errichten Bergleute weitere Teile eines Stabilisierungsbauwerks nahe der Hauptauffangstelle. Dafür entfernen sie zunächst Teile der Wand (Stoß) mit einer ferngesteuerten Fräse (Brokk). Anschließend errichten sie in dem Bereich Schalungswände und verfüllen den dahinterliegenden Raum mit Spezialbeton.
     
  • 700-Meter-Ebene, nördliche Richtstrecke: Hier befinden sich Anbindungen an Kavernenstrecken, die mehr als 100 Meter tiefer liegen. In den Kavernenstrecken kann die BGE Salzlösung zwischenspeichern. Bergleute passen die Streckenführung in der Richtstrecke an, um Raum für die Installation von Pump- und Anlagentechnik zu schaffen. Dazu verfüllen Bergleute im Juni zunächst einen Streckenabschnitt mit Spezialbeton. Auf diese Weise stabilisieren sie die Geologie im umliegenden Bereich und ermöglichen den anschließend geplanten Durchhieb, also die veränderte Verbindung der alten Streckenteile.
     
  • 725-Meter-Ebene, L-Strecke: Im tiefsten Bereich der sogenannten L-Strecke stellen Bergleute im Juni Nachschnittarbeiten fertig. Im Anschluss beginnen sie mit vorbereitenden Arbeiten zum Bau eines Fundaments für eine Bohranlage. Von hier aus soll über Injektionsbohrungen das Umfeld einer bereits errichteten Strömungsbarriere durch zusätzliche Maßnahmen bestmöglich abgedichtet werden.

Strahlenschutz

Die Einhaltung und Überwachung des Strahlenschutzes gewährleistet die Sicherheit des Personals, der Besucherinnen und Besucher, der Bevölkerung sowie der Umwelt.

  • 750-Meter-Ebene, Faktenerhebung: Mitarbeiter des Strahlenschutzes haben den Strahlenschutzbereich an der sogenannten Faktenerhebung, also dem Ort von wo aus in den letzten Jahren die Einlagerungskammern 7 und 12 erkundet wurden, freigemessen und aufgehoben. Dieser Schritt ist ein Teilschritt auf dem Weg den Betriebspunkt Faktenerhebung zurückzubauen.

Im Gespräch

Im Rahmen unserer Öffentlichkeitsarbeit können sich alle interessierten Bürger*innen und allgemeine Öffentlichkeit über die Schachtanlage Asse II informieren und mit uns ins Gespräch kommen.

  • Die Infostelle Asse hat mittwochs und donnerstags von 10:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. An den weiteren Wochentagen öffnen die Mitarbeiter*innen die Infostelle nach Vereinbarung. Weitere Informationen zu den Angeboten finden Sie auf unserer Website zur Infostelle Asse.