Aktuelle Arbeiten - Schachtanlage Asse II
Übersicht über die wesentlichen Arbeiten im August 2026
Arbeiten für das neue Parkhaus beginnen
Im August beginnen vor der Schachtanlage Asse II die vorbereitenden Arbeiten für den Neubau des geplanten Parkhauses. Im Rahmen der Baufeldfreimachung wird dafür zunächst die Asphaltdecke des ehemaligen Parkplatz Süd entfernt und fachgerecht entsorgt. Bereits im Vorfeld erfolgen Maßnahmen zur Anpassung angrenzender Infrastruktureinrichtungen, wie der Rückbau einer alten Pumpstation. Durch die Wahl des Standortes werden durch den Neubau keine zusätzlichen Flächen versiegelt.
Hintergrund
Aktuell stehen den rund 600 Mitarbeiter*innen der Schachtanlage Asse II zu wenige betriebsnahe Stellplätze zur Verfügung. Zusätzlich sieht die Rückholungsplanung eine neue Infrastruktur im Bereich des noch bestehenden Parkplatzes Ost vor. Mit dem neuen Parkhaus wird der Wegfall der Parkplätze kompensiert. Die Fertigstellung des neuen Gebäudes mit seinen insgesamt rund 500 Stellplätzen ist für das Jahr 2027 geplant.
Wesentliche Arbeiten
Stabilisierung und Notfallplanung
Die Rückholung kann nur in einem langfristig stabilen Bergwerk erfolgen. Zudem müssen Vorbereitungen für einen möglichen nicht beherrschbaren Lösungszutritt getroffen werden.
- Die Grube wird fortlaufend stabilisiert. Dabei errichten Bergleute in den durch Gebirgsdruck geschädigten Bereichen Stützbauwerke. Zusätzlich verfüllen sie nicht mehr benötigte Hohlräume. Der sichere Betrieb des Bergwerks ist eine Grundvoraussetzung für die geplante Rückholung der radioaktiven Abfälle.
- 750-Meter-Ebene, nördliche Richtstrecke nach Westen: Im nördlichsten Teil der Grube soll ein großer Bereich abschnittsweise abgeworfen werden. Im Juli richten Bergleute den Arbeitsbereich her und bereiten die Verfüllung vor.
- 800-Meter-Ebene, PAE-Feld: Im Grubentiefsten verfüllen Bergleute weiterhin den Bereich eines ehemaligen Versuchsfeldes. Der Bereich wird in zwei Abschnitten mit Spezialbeton verfüllt. Dieser wird von einer Baustoffanlage auf der 750-Metern-Ebene in den Bereich auf der 800-Meter-Ebene gepumpt.
Rückholungsplanung
Die BGE hat den gesetzlichen Auftrag die Schachtanlage Asse II unverzüglich stillzulegen. Zuvor sollen die radioaktiven Abfälle zurückgeholt werden.
- 595-Meter-Ebene: Mitarbeiter*innen der Bohrabteilung erproben eine neu entwickelte Bohrkrone, die auch in feuchtem Gestein einen guten Bohrfortschritt ermöglicht. Bei herkömmlichen Bohrungen wird anfallendes Bohrmehl über Druckluft aus der Bohrung getragen. Dies ist bei feuchtem Bohrmehl nicht möglich.
Lösungsmanagement
In die Schachtanlage Asse II dringen salzhaltige Lösungen aus dem Deckgebirge ein. Das Lösungsmanagement regelt den Umgang mit diesen Lösungen.
- 658-Meter-Ebene, Abbau 3, Hauptauffangstelle: Bei Erkundungsarbeiten an der lösungsführenden Spalte im Abbau 3 erlangen Expert*innen der BGE neue Erkenntnisse über die Salzwasserfließwege. Die BGE informierte darüber in einer Pressemitteilung.
- 725-Meter-Ebene, 700-Meter-Ebene und 658-Meter-Ebene: Vom 3. bis zum 4. August 2026 werden rund 176 Kubikmeter Salzwasser mit der Chargen-Bezeichnung 2026/15 nach erfolgter Freigabe gemäß Paragraf 31 bis 42 der Strahlenschutzverordnung nach über Tage gebracht. Die Radionuklide Tritium und Cäsium-137 werden nicht nachgewiesen. Die Nachweisgrenze für Tritium liegt bei 11,5 Becquerel pro Liter. Zum Vergleich: In der Trinkwasserverordnung liegt der Grenzwert für Tritium bei 100 Becquerel pro Liter. Die Nachweisgrenze für Cäsium-137 liegt bei 0,56 Becquerel pro Liter.
- 725-Meter-Ebene, 700-Meter-Ebene und 658-Meter-Ebene: Vom 17. bis zum 18. August 2026 werden rund 170 Kubikmeter Salzwasser mit der Chargen-Bezeichnung 2026/16 nach erfolgter Freigabe nach über Tage gebracht. Der Messwert für Tritium beträgt 14,9 Becquerel pro Liter. Das Radionuklid Cäsium-137 wird nicht nachgewiesen. Die Nachweisgrenze für Cäsium-137 liegt bei 0,36 Becquerel pro Liter.
Bergbauliche Arbeiten
Die Bergleute müssen den sicheren Betrieb der Schachtanlage Asse II gewährleisten.
- 490-Meter-Ebene, Abbau 4: Im August führen Bergleute am sogenannten Freimessplatz Fräsarbeiten im Boden (Sohlbereich) durch. Der Boden wird begradigt und für den Einbau neuer Infrastruktur vorbereitet. Am Freimessplatz wird alles Material, welches das Bergwerk verlassen soll, auf Kontaminationsfreiheit geprüft.
- 658-Meter-Ebene, Hauptverbindungsstrecke: Im Bereich nahe der Hauptauffangstelle stellen Bergleute den Bau eines Stützbauwerks fertig. Im Anschluss erweitern sie einen oberhalb des Bauwerks liegenden Streckenbereich. Dazu schneiden sie Teile der Wände (Stoß) mit einer ferngesteuerten Fräse nach.
- 679-Meter-Ebene, Hauptverbindungsstrecke: Hier errichten Bergleute ein weiteres Stützbauwerk innerhalb der sogenannten Wendelstrecke. Dafür entfernen sie zunächst Teile der geschädigten Wände. Anschließend errichten sie in dem Bereich Schalungswände und verfüllen den dahinterliegenden Raum mit Spezialbeton. So verhindern sie mögliche Löserfälle, also das unkontrollierte Herabfallen von Gesteinsbrocken. Damit gewährleisten sie weiterhin einen sicheren Grubenbetrieb.
- 725-Meter-Ebene, L-Strecke: Im Zugangsbereich der sogenannten L-Strecke errichten Bergleute im August mehrere Fundamente aus Spezialbeton. Die Fundamente dienen als Installationsplattformen für Infrastrukturelemente wie einer Elektro-Station und Lagerbehältern. Ausgehend von der L-Strecke soll über Injektionsbohrungen das Umfeld einer bereits errichteten Strömungsbarriere zusätzlich abgedichtet werden.
Fundamente aus Spezialbeton in der L-Strecke auf der 725-Meter-Ebene
Strahlenschutz
Die Einhaltung und Überwachung des Strahlenschutzes gewährleistet die Sicherheit des Personals, der Besucherinnen und Besucher, der Bevölkerung sowie der Umwelt.
- 750-Meter-Ebene: In der sogenannten Faktenerhebung, also dem Betriebspunkt, von wo aus in den letzten Jahren die Einlagerungskammern 7/750 und 12/750 erkundet wurden, setzen Mitarbeiter*innen des Strahlenschutzes die Arbeiten zum Rückbau des Bereiches fort. Zuvor haben sie den Bereich freigemessen und als Strahlenschutzbereich aufgehoben.
- Über Tage: An einem Hang nördlich der Schachtanlage Asse II wird ein Messcontainer mit einem stationären Luftstaubsammler in Betrieb genommen. Damit einhergehend ist eine Auflage der atomrechtlichen Aufsichtsbehörde (BASE) fristgerecht erfüllt.
Im Gespräch
Im Rahmen unserer Öffentlichkeitsarbeit können sich alle interessierten Bürger*innen und allgemeine Öffentlichkeit über die Schachtanlage Asse II informieren und mit uns ins Gespräch kommen.
- Am 11. August besucht die Abgeordnete des Europäischen Parlaments Lena Düpont (CDU) die Infostelle Asse und informiert sich über den aktuellen Projektstand.
- Die Infostelle Asse hat mittwochs und donnerstags von 10:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. An den weiteren Wochentagen öffnen die Mitarbeiter*innen die Infostelle nach Vereinbarung. Weitere Informationen zu den Angeboten finden Sie auf unserer Website zur Infostelle Asse.
Links zum Thema
- Alle Monatsberichte zur Schachtanlage Asse II
- BGE passt Modellvorstellungen über Salzwasserzutritt an
- BGE informiert über späteren Rückholungsbeginn
- Abschlussbericht 3D-Seismik veröffentlicht
- Das Salzwasser wird wieder im Bereich der 658-Meter-Ebene gefasst
- Dem Salzwasser auf der Spur
- Fortschritte und Herausforderungen bei der Lösungsfassung in der Schachtanlage Asse II
- BGE macht sich ein Bild von den mittelradioaktiven Abfällen in der Asse
- Nach rund 50 Jahren: Erster Blick auf Fässer in Einlagerungskammer 12 der Asse
- Aktuelle Messwerte des Salzwasserzutritts
- Website der Infostelle Asse
- BGE-Einblicke-Magazin #26 (externer Link)
- Alle Meldungen und Pressemitteilungen zur Schachtanlage Asse II