Aktuelle Arbeiten - Schachtanlage Asse II
Übersicht über die wesentlichen Arbeiten im Juli 2026
Der Weg des Salzwassers
Im Abbau 3 auf der 658-Meter-Ebene finden im Juli Erkundungsarbeiten an der Spalte statt, aus der in der Schachtanlage Asse II täglich rund 12,5 Kubikmeter gesättigter Salzlösung gefasst werden. Dabei erlangen die Expert*innen der BGE neue Erkenntnisse über die Salzwasserfließwege.
In den bisherigen Modellvorstellungen gingen sie davon aus, dass sich das Salzwasser langsam über kleine Risse im aufgelockerten Salzgestein nach unten bewegt. Die neuen Erkenntnisse zeigen, dass die angetroffene Spalte der entscheidende Fließweg ist. Die BGE informierte darüber in einer Pressemeldung.
Lösungsführende Spalte im Abbau 3 auf der 658-Meter-Ebene.
Wesentliche Arbeiten
Stabilisierung und Notfallplanung
Die Rückholung kann nur in einem langfristig stabilen Bergwerk erfolgen. Zudem müssen Vorbereitungen für einen möglichen nicht beherrschbaren Lösungszutritt getroffen werden.
- Die Grube wird fortlaufend stabilisiert. Dabei errichten Bergleute in den durch Gebirgsdruck geschädigten Bereichen Stützbauwerke. Zusätzlich verfüllen sie nicht mehr benötigte Hohlräume. Der sichere Betrieb des Bergwerks ist eine Grundvoraussetzung für die geplante Rückholung der radioaktiven Abfälle.
- 750-Meter-Ebene, nördliche Richtstrecke nach Westen: Im nördlichsten Teil der Grube soll ein großer Bereich abschnittsweise abgeworfen, also mit Spezialbeton (Sorelbeton) verfüllt werden. Im Juli wird der erste Abschnitt mit Sorelbeton verfüllt.
- 800-Meter-Ebene, ehemaliger Füllort/Schachtende: Bergleute bereiten das Verfüllen des ehemaligen Füllortes am Schachtende vor. Dazu zählen etwa der Bau von Widerlagern und das Erstellen sogenannter Befüllbohrungen. Über die Bohrungen wird später der Spezialbeton in den Bereich gepumpt. Mittelfristig soll der Schacht Asse 2 von aktuell 800 Meter auf 775 Meter eingekürzt werden.
Lösungsmanagement
In die Schachtanlage Asse II dringen salzhaltige Lösungen aus dem Deckgebirge ein. Das Lösungsmanagement regelt den Umgang mit diesen Lösungen.
- 725-Meter-Ebene, 700-Meter-Ebene und 658-Meter-Ebene: Vom 6. bis zum 8. Juli 2026 werden rund 198 Kubikmeter Salzwasser mit der Chargen-Bezeichnung 2026/13 nach erfolgter Freigabe gemäß Paragraf 31 bis 42 der Strahlenschutzverordnung nach über Tage gebracht. Die Radionuklide Tritium und Cäsium-137 werden nicht nachgewiesen. Die Nachweisgrenze für Tritium liegt bei 11,8 Becquerel pro Liter. Zum Vergleich: In der Trinkwasserverordnung liegt der Grenzwert für Tritium bei 100 Becquerel pro Liter. Die Nachweisgrenze für Cäsium-137 liegt bei 0,48 Becquerel pro Liter.
- 725-Meter-Ebene, 700-Meter-Ebene und 658-Meter-Ebene: Vom 20. bis zum 21. Juli 2026 werden rund 176 Kubikmeter Salzwasser mit der Chargen-Bezeichnung 2026/14 nach erfolgter Freigabe nach über Tage gebracht. Die Radionuklide Tritium und Cäsium-137 werden nicht nachgewiesen. Die Nachweisgrenze für Tritium liegt bei 11,8 Becquerel pro Liter. Die Nachweisgrenze für Cäsium-137 liegt bei 0,56 Becquerel pro Liter.
Sie finden den Überblick über die aktuellen Fassungsraten im Juli in einem Dokument (PDF, 630 KB, nicht barrierefrei) (PDF, 0,62MB).
Bergbauliche Arbeiten
Die Bergleute müssen den sicheren Betrieb der Schachtanlage Asse II gewährleisten.
- 637-Meter-Ebene bis 658-Meter-Ebene, Hauptverbindungsstrecke:
Im Juli errichten Bergleute Stützbauwerke innerhalb der sogenannten Wendelstrecke. Dafür entfernen sie zunächst Teile der geschädigten Wände (Stöße). Anschließend errichten sie in den Bereichen Schalungswände und verfüllen den dahinterliegenden Hohlraum mit Spezialbeton. So verhindern sie mögliche Löserfälle, also das unkontrollierte Herabfallen von Gesteinsbrocken. Damit gewährleisten sie einen weiterhin sicheren Grubenbetrieb.
- 658-Meter-Ebene, Abbau 3, Hauptauffangstelle: Um den Abbau und das darin errichtete Stützbauwerk in Richtung des lösungsführenden Spaltes zu stabilisieren, verfüllen Bergleute hier einen Hohlraum. Dazu verblasen sie mit Druckluft Schotter hinter die errichteten Betonsäulen (Bullflexpfeiler). Durch den eingebrachten Schotter wird die Decke (Firste) des Abbaus zusätzlich gestützt und das Stützbauwerk entlastet.
Bullflexpfeiler vor der Fassungsstelle im Abbau 3/658.
- 700-Meter-Ebene, nördliche Richtstrecke: Auf der 825-Meter-Ebene hält die BGE vier Kavernenstrecken zum Zwischenspeichern von Salzlösung offen. Um auf der 700-Meter-Ebene Raum für die notwendige Pump- und Anlagentechnik zu schaffen, passen Bergleute hier den Streckenverlauf an. Dazu verbinden sie im Juli zwei zuvor getrennte Streckenteile mit einer Fräse (Durchhieb). Zur Sicherung dieser Arbeiten verfüllen sie bereits im Vorfeld einen angrenzenden Streckenteil mit Spezialbeton.
- 725-Meter-Ebene, L-Strecke: Nach Beendigung von Nachschnittarbeiten im tiefsten Bereich der sogenannten L-Strecke errichten Bergleute im Juli erste Fundamente aus Spezialbeton. Hier sollen unter anderem eine Bohranlage und Elektro-Station errichtet werden. Ziel der Bergleute ist es, von diesem Bereich ausgehend über Injektionsbohrungen das Umfeld einer bereits errichteten Strömungsbarriere durch zusätzliche Maßnahmen bestmöglich abzudichten.
Strahlenschutz
Die Einhaltung und Überwachung des Strahlenschutzes gewährleistet die Sicherheit des Personals, der Besucherinnen und Besucher, der Bevölkerung sowie der Umwelt.
- 750-Meter-Ebene: Mitarbeiter*innen des Strahlenschutzes bauen den Arbeitsort zurück, von dem in den letzten Jahren die Einlagerungskammern 7 und 12 erkundet wurden. Zuvor haben sie den Bereich freigemessen und als Strahlenschutzbereich aufgehoben.
- 800-Meter-Ebene, Hauptquerschlag Füllort Schacht Asse 2: Um einen Strahlenschutzbereich nahe des Schachtendes auf der 800-Meter-Ebene radiologisch freizumessen, führen Mitarbeiter*innen des Strahlenschutzes im Juli Messungen und Probenahmen durch. Im Mai fand hier eine „Kampagne zur Verfestigung von radioaktiv kontaminierter Salzlösung“ (BAK-Kampagne) statt. Dabei wird nicht freigabefähige Salzlösung in fein dosierten Mengen dem noch flüssigen Spezialbeton zugeführt und verfestigt.
Im Gespräch
Im Rahmen unserer Öffentlichkeitsarbeit können sich alle interessierten Bürger*innen und allgemeine Öffentlichkeit über die Schachtanlage Asse II informieren und mit uns ins Gespräch kommen.
- Die Infostelle Asse hat mittwochs und donnerstags von 10:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. An den weiteren Wochentagen öffnen die Mitarbeiter*innen die Infostelle nach Vereinbarung. Weitere Informationen zu den Angeboten finden Sie auf unserer Website zur Infostelle Asse.
Links zum Thema
- Alle Monatsberichte zur Schachtanlage Asse II
- BGE passt Modellvorstellungen über Salzwasserzutritt an
- BGE informiert über späteren Rückholungsbeginn
- Abschlussbericht 3D-Seismik veröffentlicht
- Das Salzwasser wird wieder im Bereich der 658-Meter-Ebene gefasst
- Dem Salzwasser auf der Spur
- Fortschritte und Herausforderungen bei der Lösungsfassung in der Schachtanlage Asse II
- BGE macht sich ein Bild von den mittelradioaktiven Abfällen in der Asse
- Nach rund 50 Jahren: Erster Blick auf Fässer in Einlagerungskammer 12 der Asse
- Aktuelle Messwerte des Salzwasserzutritts
- Website der Infostelle Asse
- BGE-Einblicke-Magazin #26 (externer Link)
- Alle Meldungen und Pressemitteilungen zur Schachtanlage Asse II