Aktuelle Arbeiten - Schachtanlage Asse II
Übersicht über die wesentlichen Arbeiten im Mai 2026
Aus Alt mach Neu – Oberseilwechsel auf der Asse
Über das Pfingstwochenende hat auf der Schachtanlage Asse II der Wechsel des Oberseils an der Förderanlage von Schacht Asse 2 stattgefunden. Anders als bei einem Reifenwechsel am Auto war für den Wechsel des zuletzt 2017 erneuerten Oberseils eine langfristige Vorbereitung notwendig. Außer Mitarbeiter*innen der BGE war dabei auch eine Partnerfirma für Schachtarbeiten in die detailreiche Planungsphase involviert.
Am 21. Mai 2026 begannen die Arbeiten vor Ort. Dabei musste das alte, mehrere Tonnen schwere Seil zunächst vom Förderkorb und vom Gegengewicht abgenommen werden. Anschließend wurde das neue Seil mit Hilfe von Winden über das Fördergerüst und die Treibscheibe der Fördermaschine gelegt und wieder an Förderkorb und Gegengewicht angebracht. Aufgrund der enormen Gewichte sowie der Höhenarbeiten am Fördergerüst fanden die Arbeiten unter hohen Sicherheitsvorkehrungen statt. Am 26. Mai wurden die Arbeiten planmäßig und ohne besondere Vorkommnisse erfolgreich abgeschlossen. Für die Zeit des Seilwechsels war der Bergwerksbetrieb eingeschränkt.
Wesentliche Arbeiten
Stabilisierung und Notfallplanung
Die Rückholung kann nur in einem langfristig stabilen Bergwerk erfolgen. Zudem müssen Vorbereitungen für einen möglichen Notfall getroffen werden.
- Die Grube wird fortlaufend stabilisiert. Dabei errichten Bergleute in den durch Gebirgsdruck geschädigten Bereichen Stützbauwerke. Zusätzlich verfüllen sie nicht mehr benötigte Hohlräume. Der sichere Betrieb des Bergwerks ist eine Grundvoraussetzung für die geplante Rückholung der radioaktiven Abfälle.
Lösungsmanagement
In die Schachtanlage Asse II dringen salzhaltige Lösungen aus dem Deckgebirge ein. Das Lösungsmanagement regelt den Umgang mit diesen Lösungen.
- 725-Meter-Ebene, 700-Meter-Ebene und 658-Meter-Ebene: Vom 11. bis zum 13. Mai 2026 werden rund 220 Kubikmeter Salzwasser mit der Chargen-Bezeichnung 2026/09 nach erfolgter Freigabe gemäß Paragraf 31 bis 42 der Strahlenschutzverordnung nach über Tage gebracht. Die Radionuklide Tritium und Cäsium-137 werden nicht nachgewiesen. Die Nachweisgrenze für Tritium liegt bei 11,1 Becquerel pro Liter. Zum Vergleich: In der Trinkwasserverordnung liegt der Grenzwert für Tritium bei 100 Becquerel pro Liter. Die Nachweisgrenze für Cäsium-137 liegt bei 0,44 Becquerel pro Liter.
- 725-Meter-Ebene, 700-Meter-Ebene und 658-Meter-Ebene: Vom 26. bis zum 29. Mai 2026 werden rund 216 Kubikmeter Salzwasser mit der Chargen-Bezeichnung 2026/10 nach erfolgter Freigabe nach über Tage gebracht. Die Radionuklide Tritium und Cäsium-137 werden nicht nachgewiesen. Die Nachweisgrenze für Tritium liegt bei 11,8 Becquerel pro Liter. Die Nachweisgrenze für Cäsium-137 liegt bei 0,41 Becquerel pro Liter.
Sie finden den Überblick über die aktuellen Fassungsraten im Mai in einem Dokument (PDF, 1 MB, nicht barrierefrei). (PDF, 0,98MB)
Bergbauliche Arbeiten
Die Bergleute müssen den sicheren Betrieb der Schachtanlage Asse II gewährleisten.
- 658-Meter-Ebene, Hauptverbindungsstrecke: Im Mai stabilisieren Bergleute einen Streckenbereich nahe der ehemaligen Hauptauffangstelle. Dazu entfernen sie zunächst Teile der Wand (Stoß) mit einer ferngesteuerten Minifräse (Brokk). Anschließend errichten sie in dem Bereich Schalungswände und verfüllen den dahinterliegenden Raum mit Spezialbeton (Sorelbeton).
Stabilisierungsbauwerk in der Wendelstrecke.
- 700-Meter-Ebene, Hauptverbindungsstrecke: In einem Streckenabschnitt nahe Schacht Asse 4 führen Bergleute Fräsarbeiten an den Wänden und am Boden durch. Neben einer neuen Fahrbahn errichten sie weitere Teile einer Wetterschleuse, bestehend aus zwei Wettertoren. Durch diese können Wetterströme im Bergwerk variabel gelenkt werden.
- 750-Meter-Ebene, nördliche Richtstrecke nach Westen: Im Norden der Grube soll ein großer Bereich abschnittsweise abgeworfen, also mit Spezialbeton verfüllt werden. Im Mai führen Bergleute hier vorbereitende Arbeiten durch. Dabei bauen sie weitere Teile der hier verbauten Infrastruktur zurück und verfüllen nicht mehr genutzte Bohrlöcher.
- 800-Meter-Ebene, PAE-Feld: Im Grubentiefsten führen Bergleute vorbereitende Arbeiten für das Verfüllen des Bereiches Strecke durch. Dazu bauen sie nicht mehr benötigte Infrastruktur wie Rohre, Kabel und ein Wettertor zurück. Gleichzeitig erstellen sie Fundamente im Boden (Sohle) und errichten Teile einer Schalungsmauer aus Blocksteinen.
Strahlenschutz
Die Einhaltung und Überwachung des Strahlenschutzes gewährleistet die Sicherheit des Personals, der Besucherinnen und Besucher, der Bevölkerung sowie der Umwelt.
- 800-Meter-Ebene, Hauptquerschlag Füllort Schacht Asse 2: In einem temporär eingerichteten Strahlenschutzbereich wird vom 4. bis zum 11. Mai 2026 eine sogenannte „Kampagne zur Verfestigung von radioaktiv kontaminierter Salzlösung“ durchgeführt. Dabei verfüllen Bergleute unter Aufsicht des Strahlenschutzes eine ehemalige Flucht- und Wetterbohrung mit Sorelbeton und fein dosierten Mengen nicht freigabefähiger Salzlösung. Insgesamt werden so rund 18 Kubikmeter kontaminierter Lösung in dem Beton verfestigt. Aufgrund der geringen Halbwertszeit der in der Lösung enthaltenen Radionuklide werden diese während ihres Zerfalls sicher im Beton gebunden.
Im Gespräch
Im Rahmen unserer Öffentlichkeitsarbeit können sich alle interessierten Bürgerinnen und Bürger über die Schachtanlage Asse II informieren und mit uns ins Gespräch kommen.
- Die Infostelle Asse hat mittwochs und donnerstags von 10:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. An den weiteren Wochentagen öffnen die Mitarbeiter*innen die Infostelle nach Vereinbarung. Weitere Informationen zu den Angeboten finden Sie auf unserer Website zur Infostelle Asse.
Links zum Thema
- Alle Monatsberichte zur Schachtanlage Asse II
- BGE informiert über späteren Rückholungsbeginn
- Abschlussbericht 3D-Seismik veröffentlicht
- Das Salzwasser wird wieder im Bereich der 658-Meter-Ebene gefasst
- Dem Salzwasser auf der Spur
- Fortschritte und Herausforderungen bei der Lösungsfassung in der Schachtanlage Asse II
- BGE macht sich ein Bild von den mittelradioaktiven Abfällen in der Asse
- Nach rund 50 Jahren: Erster Blick auf Fässer in Einlagerungskammer 12 der Asse
- Aktuelle Messwerte des Salzwasserzutritts
- Website der Infostelle Asse
- BGE-Einblicke-Magazin #26 (externer Link)
- Alle Meldungen und Pressemitteilungen zur Schachtanlage Asse II