Aktuelle Arbeiten - Schachtanlage Asse II

Übersicht über die wesentlichen Arbeiten im September 2026

Die Pumpen laufen, der Beton fließt

Im September stehen die untertägigen Arbeiten auf der Schachtanlage Asse II im Zeichen von Verfüllmaßnahmen. Dabei verfüllen Bergleute zunächst einen großen Hohlraum im Grubentiefsten mit Spezialbeton (Sorelbeton). Im Anschluss verlagern sie die Arbeiten und setzen den Pumpbetrieb im Bereich am Schachtende auf der 800-Meter-Ebene fort.

Hier beginnen die Bergleute damit, den Spezialbeton hinter zuvor errichtete Schalungsmauern aus Blocksteinen zu pumpen. Auf diese Weise können sie das Bauwerk abschnittsweise in die Höhe bauen und den Hohlraum verschließen. So entsteht ein sogenanntes Widerlager als Teil einer Strömungsbarriere. Strömungsbarrieren sind spezielle Bauwerke, welche im Fall eines nicht beherrschbaren Lösungszutritts in das Bergwerk, das Durchströmen der Einlagerungsbereiche und damit die Verbreitung radioaktiver Stoffe verzögern.
 

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Wesentliche Arbeiten

Stabilisierung und Notfallplanung

Die Rückholung kann nur in einem langfristig stabilen Bergwerk erfolgen. Zudem müssen Vorbereitungen für einen möglichen nicht beherrschbaren Lösungszutritt getroffen werden.

• Die Grube wird fortlaufend stabilisiert. Dabei errichten Bergleute in den durch Gebirgsdruck geschädigten Bereichen Stützbauwerke. Zusätzlich verfüllen sie nicht mehr benötigte Hohlräume. Der sichere Betrieb des Bergwerks ist eine Grundvoraussetzung für die geplante Rückholung der radioaktiven Abfälle.

• 750-Meter-Ebene, nördliche Richtstrecke nach Westen: Im nördlichsten Teil der Grube soll ein großer Bereich abschnittsweise zugemacht werden. Im September errichten Bergleute eine weitere Schalungsmauer und verfüllen den zweiten von insgesamt vier Bauabschnitten.

• 800-Meter-Ebene, PAE-Feld: Von einer Baustoffanlage auf der 750-Metern-Ebene aus verfüllen Bergleute den Bereich eines ehemaligen Versuchsfeldes auf der 800-Meter-Ebene mit insgesamt rund 3.250 Kubikmetern Spezialbeton.

• 800-Meter-Ebene, Schachtende: Im Bereich des ehemaligen Füllortes bauen Bergleute im September hier erstellte Schalungsmauern weiter aus und beginnen mit dem Bau eines Widerlagers für eine Strömungsbarriere.  
 


Rückholungsplanung

Die BGE hat den gesetzlichen Auftrag die Schachtanlage Asse II unverzüglich stillzulegen. Zuvor sollen die radioaktiven Abfälle zurückgeholt werden.

• Bei der Planung der Geländeerschließung, dem Bau der Tagesanlagen und der Errichtung von Schacht Asse 5 mit Schachtförderanlage schreiten die Entwurfsplanungen weiter voran. Zur untertägigen Planung des Rückholbergwerks liegt der erste Entwurf der Grundlagenermittlung vor.

• Die BGE nimmt die Entwurfsplanung für die Rückholung aus der Einlagerungskammer 8a/511 fachlich ab. Die sich inhaltlich anschließende Planungsphase der Genehmigungserlangungsplanung hat bereits im Mai 2026 begonnen.
 


Lösungsmanagement

In die Schachtanlage Asse II dringen salzhaltige Lösungen aus dem Deckgebirge ein. Das Lösungsmanagement regelt den Umgang mit diesen Lösungen.
 

• 658-Meter-Ebene, Abbau 3, Hauptauffangstelle: In der Nacht vom 3. auf den 4. September messen Mitarbeiter*innen des Lösungsmanagements einen kurzzeitigen Anstieg der Fassungsrate in der lösungsführenden Spalte im Bereich der ehemaligen Hauptauffangstelle. Die BGE informiert darüber in einer Meldung.

• 725-Meter-Ebene, 700-Meter-Ebene und 658-Meter-Ebene: Vom 31. August bis zum 1. September 2026 werden rund 176 Kubikmeter Salzwasser mit der Chargen-Bezeichnung 2026/17 nach erfolgter Freigabe gemäß Paragraf 31 bis 42 der Strahlenschutzverordnung nach über Tage gebracht. Die Radionuklide Tritium und Cäsium-137 werden nicht nachgewiesen. Die Nachweisgrenze für Tritium liegt bei 11,5 Becquerel pro Liter. Zum Vergleich: In der Trinkwasserverordnung liegt der Grenzwert für Tritium bei 100 Becquerel pro Liter. Die Nachweisgrenze für Cäsium-137 liegt bei 0,33 Becquerel pro Liter.

• 725-Meter-Ebene, 700-Meter-Ebene und 658-Meter-Ebene: Vom 14. bis zum 16. September 2026 werden rund 209 Kubikmeter Salzwasser mit der Chargen-Bezeichnung 2026/18 nach erfolgter Freigabe nach über Tage gebracht. 
Die Radionuklide Tritium und Cäsium-137 werden nicht nachgewiesen. Die Nachweisgrenze für Tritium liegt bei 11,5 Becquerel pro Liter. Die Nachweisgrenze für Cäsium-137 liegt bei 0,34 Becquerel pro Liter.

• 725-Meter-Ebene, 700-Meter-Ebene und 658-Meter-Ebene: Vom 28. bis zum 29. September 2026 werden rund 176 Kubikmeter Salzwasser mit der Chargen-Bezeichnung 2026/19 nach erfolgter Freigabe nach über Tage gebracht. 
Die Radionuklide Tritium und Cäsium-137 werden nicht nachgewiesen. Die Nachweisgrenze für Tritium liegt bei 11,5 Becquerel pro Liter. Die Nachweisgrenze für Cäsium-137 liegt bei 0,43 Becquerel pro Liter.

Sie finden den Überblick über die aktuellen Fassungsraten im September in einem Dokument (PDF, 380 KB, nicht barrierefrei) (PDF, 0,38MB). 


Bergbauliche Arbeiten

Die Bergleute müssen den sicheren Betrieb der Schachtanlage Asse II gewährleisten.

  • 490-Meter-Ebene, Abbau 4: Im Bereich des sogenannten Freimessplatzes erstellen Bergleute im September ein neues Sohlenfundament. Dazu entfernen sie im Vorfeld Teile des alten Bodenbelages mit einer Fräse. Dieser hatte sich aufgrund gebirgsmechanischer Verformung nach oben gewölbt. Am Freimessplatz wird alles Material, welches das Bergwerk verlassen soll, auf Kontaminationsfreiheit geprüft.
     
  • 637-Meter-Ebene, Werkstatt/Waschplatz: Bergleute errichten ein Stützbauwerk im Bereich des Waschplatzes für im Grubenbetrieb genutzte Lagerbehälter. Zusätzlich bringen sie in einem angrenzenden Werkstattbereich Beton für ein neues Sohlenfundament ein.
     
  • 637-Meter-Ebene bis 679-Meter-Ebene, Hauptverbindungsstrecke: Innerhalb der sogenannten Wendel, also der Hauptverbindungsstrecke im Bergwerk, schließen Bergleute den Bau weiterer Stützbauwerke ab. Dafür entfernen sie zunächst Teile der geschädigten Wände und verfüllen den entstandenen Hohlraum anschließend mit Spezialbeton. Damit verhindern sie mögliche Löserfälle, also das unkontrollierte Herabfallen von Gesteinsbrocken und gewährleisten weiterhin einen sicheren Grubenbetrieb.

     

Strahlenschutz

Die Einhaltung und Überwachung des Strahlenschutzes gewährleistet die Sicherheit des Personals, der Besucherinnen und Besucher, der Bevölkerung sowie der Umwelt.

• 750-Meter-Ebene: In der sogenannten Faktenerhebung, also dem Betriebspunkt, von wo aus in den letzten Jahren die Einlagerungskammern 7/750 und 12/750 erkundet wurden, setzen Mitarbeiter*innen des Strahlenschutzes die Arbeiten zum Rückbau des Bereiches fort. Zuvor haben sie den Bereich freigemessen und als Strahlenschutzbereich aufgehoben.


Im Gespräch

Im Rahmen unserer Öffentlichkeitsarbeit können sich alle interessierten Bürger*innen und allgemeine Öffentlichkeit über die Schachtanlage Asse II informieren und mit uns ins Gespräch kommen.

  • Die Infostelle Asse hat mittwochs und donnerstags von 10:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. An den weiteren Wochentagen öffnen die Mitarbeiter*innen die Infostelle nach Vereinbarung. Weitere Informationen zu den Angeboten finden Sie auf unserer Website zur Infostelle Asse.